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Empfehlungen für September

               Romane

 

Margaret Mazzantini: Das Meer am Morgen

Libyen, Sommer 2011: Jamila entgeht knapp Gaddafis Truppen. Mit ihrem kleinen Sohn Farid flieht sie quer durch die Wüste bis ans Meer. Auf der Überfahrt nach Europa hat sie nur noch einen Wunsch: länger durchzuhalten als ihr Sohn, um ihn nicht allein sterben zu lassen.
Vito und seine Verwandtschaft hingegen sind Emigranten, die in Sizilien ihr kärgliches Dasein fristen und sich nach ihrer Heimat sehnen. Beide Clans sind geographisch durch das Mittelmeer getrennt, haben aber in Wahrheit sehr vieles gemeinsam: Sie sind Vertriebene…

Mit großem Einfühlungsvermögen und in lyrischer Sprache erzählt die Autorin von den Schicksalen, die sich hinter den aktuellen Ereignissen in der arabischen Welt verbergen.

 

John Wray: Die rechte Hand des Schlafes

1938 kehrt Oskar in die österreichische Kleinstadt seiner Kindheit zurück. Gezeichnet von den traumatischen Erfahrungen an der italienischen Front im Ersten Weltkrieg und zwanzig Jahren Fron in einer sowjetischen Kolchose, will er eine einsame, den Menschen ferne Existenz in den Bergen führen. Aber die heraufziehende Naziherrschaft und die Liebe zu einer geheimnisvollen Frau bringen ihn in Gefahr und in die kleinstädtische Gesellschaft zurück…

Dem 30-jährigen Autor John Wray, Sohn einer Österreicherin und eines Amerikaners, gelingt eine poetische Schilderung der Heimat seiner Mutter, den schönen und dunklen Seiten dieses Landes. Dabei gelangt er zu dem traurigen Resümee, dass diesen Menschen die Kraft fehlt, den Aufstand zu wagen oder persönliche Konsequenzen aus erkanntem Unrecht zu ziehen. Ein beachtlicher Roman, sehr empfehlenswert!

 

Brooke Davis: Noch so eine Tatsache über die Welt

Ein kleines Mädchen, das tote Dinge sammelt, ein alter Mann, der aus dem Altersheim abhaut und eine alte Frau, die seit Jahren ihr Haus nicht mehr verlassen hat, treffen aufeinander und machen sich auf die Suche nach der Mutter des Mädchens Millie. Während es die kleine Millie immer schafft, die freundlichen Seiten der Menschen hervorzulocken, braucht es länger, dass Karl und Agatha sich nicht ständig in die Haare kriegen und aufs Übelste beschimpfen …

Ein Roadmovie der unterhaltsamen Art mit schrulligen Typen, die in ihrer Herzlichkeit , ihrer Verschrobenheit und ihrem Witz an  Allan aus Jonassons "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" erinnern.